Wie viele Asylsuchende gibt es in der Schweiz?

MMI 3

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Im Jahr 2014 gab es in der Schweiz 28’600 Asylsuchende (Ausweis N) und 19’400 vorläufig aufgenommene Personen (Ausweis F). Diese leicht gestiegenen Zahlen entsprechen einem Anteil von 0,6 % an der ständigen Wohnbevölkerung und von 2,3 % an der ausländischen Bevölkerung.

Die Asylsuchenden und die vorläufig aufgenommenen Personen werden den einzelnen Kantonen im Verhältnis zur Bevölkerungszahl zugewiesen. Durch diesen Verteilschlüssel erklären sich die geringen Unterschiede zwischen den Kantonen. Im Jahr 2014 gab es nur kleine Schwankungen bezüglich des Anteils an Asylsuchenden/vorläufig aufgenommenen Personen: zwischen 20,3 Personen (Bern) und 12,3 Personen (Uri) pro 1’000 Einwohnerinnen und Einwohner. Die Schwankungen ergeben sich daraus, dass Personen die Schweiz wieder verlassen oder die Behörden im Rahmen des Asylverfahrens eine Aufenthaltsbewilligung erteilt haben.

Zwischen 2010 und 2014 ist die Anzahl der Personen im Asylverfahren überall gestiegen. Nur im Kanton Uri blieb sie unverändert. In den Kantonen Jura und Luzern war der relative Anstieg höher als andernorts.

Hohe Schwankungen sind allerdings auf Ebene der Gemeinden zu verzeichnen, weil sehr viele Asylsuchende Empfangszentren zugewiesen werden. Zahlreiche Gemeinden haben Ende 2014 gar keine Asylsuchenden gemeldet, darunter auch Gemeinden mit immerhin mehr als 8’000 Einwohnerinnen und Einwohnern wie etwa Gland (VD), Bagnes (VS) oder Treyvaux (FR). Andere Gemeinden wie Schluein (GR) oder Hohentannen (TG) haben dagegen pro 10 Einwohnerinnen und Einwohner eine(n) Asylsuchende(n) bzw. eine vorläufig aufgenommene Person aufgenommen.

Vergleich des verhältnismässigen Anteils an Personen im Asylprozess in der Schweiz und in anderen europäischen Ländern

Definitionen

Ausweis N: Asylsuchende

Ausweis F: Vorläufige Aufnahme (im Rahmen eines Asylgesuchs)

Ständige Wohnbevölkerung: Schweizerinnen und Schweizer sowie Ausländerinnen und Ausländer mit einer Aufenthaltsbewilligung für mehr als 12 Monate. Seit 2011 zählen zur ständigen Wohnbevölkerung auch Ausländerinnen und Ausländer mit Ausweis F oder N, die seit mindestens 12 Monaten in der Schweiz leben.

Nichtständige Wohnbevölkerung: Ausländische Bürgerinnen und Bürger, die eine Kurzaufenthaltsbewilligung besitzen und weniger als ein Jahr in der Schweiz wohnen.

Quelle: Bundesamt für Statistik, Statistik der Bevölkerung und der Haushalte (STATPOP, 2010–2014)

Hinweis zum Verfahren: Die Raten der Asylsuchenden/Personen mit vorläufiger Aufenthaltsbewilligung werden auf folgender Grundlage berechnet: Die Anzahl der Personen mit Ausweis N oder F wird durch die ständige und nichtständige Wohnbevölkerung geteilt. Nur Asylsuchende, die mindestens ein Jahr in der Schweiz gelebt haben, werden der ständigen Wohnbevölkerung zugerechnet. Die genannten Zahlen sind der Bevölkerungsstatistik STATPOP entnommen. Sie können von denen des Staatssekretariats für Migration leicht abweichen.

Um Dateien (Excel) mit den vollständigen Daten zu erhalten, senden Sie Ihre Anfrage bitte an: info@nccr-onthemove.ch.