{"id":2534,"date":"2018-02-01T14:41:07","date_gmt":"2018-02-01T13:41:07","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.nccr-onthemove.ch\/?p=2534"},"modified":"2018-03-26T15:02:15","modified_gmt":"2018-03-26T14:02:15","slug":"sprechen-und-schreiben-sie-deutsch-niveau-a1-a2-oder-b1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nccr-onthemove.ch\/blog\/sprechen-und-schreiben-sie-deutsch-niveau-a1-a2-oder-b1\/?lang=de","title":{"rendered":"Sprechen und Schreiben Sie Deutsch? Niveau A1, A2 oder B1?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der Bundesrat hat am 1. Dezember 2017 die <a href=\"https:\/\/www.admin.ch\/ch\/d\/gg\/pc\/documents\/2913\/Integration_Vorentwurf-VZAE_de.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Vernehmlassungen zur Verordnung \u00fcber Zulassung, Aufenthalt und Erwerbst\u00e4tigkeit<\/a> und zur <a href=\"https:\/\/www.admin.ch\/ch\/d\/gg\/pc\/documents\/2913\/Integration_Vorentwurf-VIntA_de.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Verordnung \u00fcber die Integration von Ausl\u00e4nderinnen und Ausl\u00e4ndern<\/a> er\u00f6ffnet. Diese Vernehmlassungen sind Bestandteil der <a href=\"https:\/\/www.parlament.ch\/de\/ratsbetrieb\/suche-curia-vista\/geschaeft?AffairId=20130030\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Teilrevision des Ausl\u00e4nderinnen- und Ausl\u00e4ndergesetzes<\/a>, die am 16. Dezember 2016 vom Parlament verabschiedet wurde.<\/strong><\/p>\n<p>Das <a href=\"https:\/\/www.admin.ch\/opc\/de\/official-compilation\/2017\/6521.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Bundesgesetz \u00fcber die Ausl\u00e4nderinnen und Ausl\u00e4nder und \u00fcber die Integration (nAIG)<\/a> \u2013 so wird es zuk\u00fcnftig genannt \u2013\u00a0wird auf Bundesebene das Stufenmodell Integration verankern. Das Prinzip hinter dem <a href=\"\/?p=781&amp;lang=de\">Stufenmodell Integration<\/a>: die an die ausl\u00e4ndischen Personen gestellten Anforderungen in Bezug auf Integration sind umso h\u00f6her, je mehr Rechte mit dem angestrebten Rechtsstatus verliehen werden.<\/p>\n<p><strong>Neu mit Integrationskriterien<\/strong><\/p>\n<p>Das nAIG kennt zuk\u00fcnftig <a href=\"https:\/\/www.admin.ch\/opc\/de\/official-compilation\/2017\/6521.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Integrationskriterien<\/a> (sinngem\u00e4ss wie auch das <a href=\"https:\/\/www.admin.ch\/opc\/de\/classified-compilation\/20092990\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">B\u00fcrgerrechtsgesetz<\/a> Integrationskriterien kennt), die von den zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden bei der Beurteilung der Integration der Gesuchstellenden zu ber\u00fccksichtigen sind. Grob zusammengefasst pr\u00fcfen sie dies anhand der Integrationskriterien jeweils dann, wenn es um die Erteilung und die Verl\u00e4ngerung einer Aufenthaltsbewilligung (Art. 33 Abs. 3 nAIG; Art. 34 Abs. 2 nAIG; auch Art. 31 Abs. 1 let. a E-VZAE) oder den Widerruf der Niederlassungsbewilligung und den Ersatz durch eine Aufenthaltsbewilligung (sog. R\u00fcckstufung; Art. 63 Abs. 2 nAIG) geht. Diese Regelungen betreffen mehrheitlich Personen, die als Einzelpersonen nicht in die Schweiz einreisen k\u00f6nnen, das heisst keinen selbst\u00e4ndigen Aufenthaltsanspruch haben (mehrheitlich sind dies Drittstaatsangeh\u00f6rige die via Familiennachzug in die Schweiz eingereist sind).<\/p>\n<p><strong>Pr\u00e4zisierung der sprachlichen Anforderungen:<br \/>\nA1, A2 oder doch B1?<\/strong><\/p>\n<p>Die <a href=\"https:\/\/www.sem.admin.ch\/dam\/data\/sem\/aktuell\/gesetzgebung\/aug-integration-paket2\/vorentw-vzae-d.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">vorgeschlagenen \u00c4nderungen der Verordnung \u00fcber Zulassung, Aufenthalt und Erwerbst\u00e4tigkeit (VZAE)<\/a> in der aktuellen Vernehmlassung pr\u00e4zisieren diese Integrationskriterien, unter anderem die Sprachkompetenzen, die durch den Bundesrat festgelegt werden (Art. 58a nAIG). Grunds\u00e4tzlich sollen ausl\u00e4ndische Personen die am Wohnort gesprochene Amtssprache (nicht Dialekt) auf dem verlangten Niveau nachweisen k\u00f6nnen. Denn die Sprachkompetenzen nehmen eine Schl\u00fcsselfunktion in der Integration ein. In zweisprachigen Kantonen w\u00e4gen die Beh\u00f6rden im Einzelfall ab, um welche Sprache es sich handeln soll. Zwei Ausnahmen sieht das nAIG vor: bei Betreuungs- und Lehrpersonen sowie bei der vorzeitigen Erteilung der Niederlassungsbewilligung gehen die Vorgaben einen Schritt weiter. Sie verlangen Sprachkompetenzen in der am Arbeitsort gesprochenen Landessprache. Der <a href=\"https:\/\/www.sem.admin.ch\/dam\/data\/sem\/aktuell\/gesetzgebung\/aug-integration-paket2\/vn-ber-vzae-d.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">erl\u00e4uternde Bericht zur VZAE<\/a> listet zudem die Umst\u00e4nde auf, bei denen die Spracherfordernisse als erf\u00fcllt gelten (so zum Beispiel, wenn eine der Landessprachen die Elternsprache ist).<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/nccr-onthemove.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Verlangtes-Sprachniveau-pro-Rechtsstatus.png\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-2813 size-full\" src=\"https:\/\/nccr-onthemove.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Verlangtes-Sprachniveau-pro-Rechtsstatus.png\" alt=\"\" width=\"2958\" height=\"1811\" srcset=\"https:\/\/nccr-onthemove.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Verlangtes-Sprachniveau-pro-Rechtsstatus.png 2958w, https:\/\/nccr-onthemove.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Verlangtes-Sprachniveau-pro-Rechtsstatus-300x184.png 300w, https:\/\/nccr-onthemove.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Verlangtes-Sprachniveau-pro-Rechtsstatus-768x470.png 768w, https:\/\/nccr-onthemove.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Verlangtes-Sprachniveau-pro-Rechtsstatus-1024x627.png 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 2958px) 100vw, 2958px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em><a href=\"http:\/\/www.europaeischer-referenzrahmen.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Gemeinsamer Europ\u00e4ischer Referenzrahmen f\u00fcr Sprachen (GER)<\/a><\/em><\/p>\n<p>Diese \u00dcbersicht der unterschiedlichen Spracherfordernisse verdeutlicht die Komplexit\u00e4t des Stufenmodells Integration: je nach rechtlicher Ausgangssituation werden andere Anforderungen an die Sprachkompetenzen einer ausl\u00e4ndischen Person gestellt. Bereits bei der Einreise beginnt der Nachweis der Spracherfordernisse mit der Anmeldung zum Sprachkurs. Anschliessend muss die ausl\u00e4ndische Person die m\u00fcndlichen und schriftlichen Sprachkompetenzen \u00abverbessern\u00bb, um den Aufenthalt in der Schweiz zu \u00absichern\u00bb. Die Ziellinie des Stufenmodells, der Schweizer Pass, verlangt dabei die h\u00f6chsten m\u00fcndlichen und schriftlichen Spracherfordernisse.<\/p>\n<p>In Anbetracht dieser Komplexit\u00e4t sind die pr\u00e4zisen Angaben zu den sprachlichen Anforderungen nicht nur f\u00fcr die ausl\u00e4ndischen Personen, sondern auch f\u00fcr die rechtsanwenden Beh\u00f6rden hilfreich. In der Umsetzung wird es zentral sein, der Situation von Personen, die diese Anforderungen nur schwer oder gar nicht erf\u00fcllen k\u00f6nnen, Rechnung zu tragen (Art. 77f E-VZAE). Denn nur so k\u00f6nnen diese Personen ihren rechtlichen Aufenthaltsstatus \u00abverbessern\u00bb bis sie letztlich die Ziellinie, den Schweizer Pass, erreichen \u2013 und zwar ohne die verlangten m\u00fcndlichen und schriftlichen Sprachkompetenzen zu erf\u00fcllen.<\/p>\n<p><a href=\"\/?page_id=21&amp;lang=de&amp;author=kurtstefanie\">Stefanie Kurt<\/a><br \/>\nAssistenzprofessorin FH, Institut Soziale Arbeit, Siders<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Bundesrat hat am 1. Dezember 2017 die Vernehmlassungen zur Verordnung \u00fcber Zulassung, Aufenthalt und Erwerbst\u00e4tigkeit und zur Verordnung \u00fcber die Integration von Ausl\u00e4nderinnen und Ausl\u00e4ndern er\u00f6ffnet. Diese Vernehmlassungen sind Bestandteil der Teilrevision des Ausl\u00e4nderinnen- und Ausl\u00e4ndergesetzes, die am 16. 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