{"id":4878,"date":"2019-10-08T08:15:27","date_gmt":"2019-10-08T06:15:27","guid":{"rendered":"https:\/\/indicators.nccr-onthemove.ch\/?p=4878"},"modified":"2025-02-02T01:23:44","modified_gmt":"2025-02-02T00:23:44","slug":"werden-schweizerinnen-mit-migrations-hintergrund-diskriminiert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nccr-onthemove.ch\/indicators\/werden-schweizerinnen-mit-migrations-hintergrund-diskriminiert\/?lang=de","title":{"rendered":"Werden Schweizer*&shy;innen mit Migrations&shy;hintergrund diskriminiert?"},"content":{"rendered":"<p>&lt;iframe src=&#8221;https:\/\/public.tableau.com\/shared\/RNR5N69J8?:showVizHome=no&amp;amp;:embed=true:origin=viz_share_link&amp;amp;:embed=y&#8221; width=&#8221;760&#8243; height=&#8221;870&#8243;&gt;&lt;\/iframe&gt;Wie eine aktuelle experimentelle Studie zeigt, m\u00fcssen <strong>Schweizer*innen mit Migrationshintergrund rund 30% mehr Bewerbungen einreichen als Personen schweizerischer Herkunft, um zu einem Vorstellungsgespr\u00e4ch eingeladen zu werden<\/strong>. Diese Diskrepanz zeigt, dass Schweizer B\u00fcrger*innen mit Migrationshintergrund, die in der Schweiz ausgebildet sind und \u00fcber Schweizer Diplome verf\u00fcgen, auf dem Arbeitsmarkt aufgrund der ausl\u00e4ndischen Herkunft ihrer Eltern ungleich behandelt werden.<\/p>\n<p><strong>Das Ausmass der Diskriminierung variiert deutlich zwischen den vier getesteten Herkunftsgruppen<\/strong>. Unsere Ergebnisse weisen darauf hin, dass sich eine ethnische Hierarchie im schweizerischen Arbeitsmarkt gebildet hat. Schweizer*innen kosovarischer Herkunft sind am st\u00e4rksten von Diskriminierung betroffen (sie m\u00fcssen 40% mehr Bewerbungen einreichen als Kandidat*innen schweizerischer Herkunft, um zu einem Vorstellungsgespr\u00e4ch eingeladen zu werden). Es folgen die Nachfahren kamerunischer Einwanderer*innen (30% mehr Bewerbungen) und Schweizer B\u00fcrger*innen aus zwei Nachbarl\u00e4ndern (mit franz\u00f6sischer Herkunft in der Westschweiz und deutscher Herkunft in der Deutschschweiz, die 20% mehr Bewerbungen einreichen m\u00fcssen als Schweizer Bewerber*innen). Schliesslich haben Schweizer*innen t\u00fcrkischer Herkunft auch weniger gute Chancen als Bewerber*innen schweizerischer Herkunft (20% mehr Bewerbungen), wobei dieser Unterschied statistisch nicht signifikant ist.<\/p>\n<p>Das Ausmass der Diskriminierung bei der Anstellung variiert von einem Beruf zum anderen, ist aber insbesondere im Bereich des Detailhandels (Verkauf) sehr stark ausgepr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Die Diskriminierung im Bewerbungsverfahren ist in beiden Sprachregionen verbreitet, mit \u00e4hnlichen Auspr\u00e4gungen der beschriebenen ethnischen Hierarchie.<\/p>\n<p><a href=\"\/indicators?p=3773&amp;lang=de\">Werden die Migrant*innen Opfer von Diskriminierung?<\/a><\/p>\n<p>\u2013<\/p>\n<p><strong>Definition<\/strong>:<\/p>\n<p><strong>Diskriminierung<\/strong>: Die Ungleichbehandlung von \u00e4hnlichen Personen oder Gruppen aufgrund bestimmter Merkmale wie z. B. Geschlecht, ethnischer Hintergrund oder Hautfarbe.<\/p>\n<p>\u2013<\/p>\n<p><strong>Quellen<\/strong>:<\/p>\n<p>Zschirnt, Eva and Rosita Fibbi (2019). &#8220;<a href=\"https:\/\/nccr-onthemove.ch\/wp_live14\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/nccrotm-WP20-Zschirnt-Fibbi_Feb19.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Do Swiss Citizens of Immigrant Origin Face Hiring Discrimination in the Labour Market?<\/a>&#8221; nccr \u2013 on the move, Working Paper # 20. Neuch\u00e2tel: nccr \u2013 on the move, February 2019.<\/p>\n<p>Fibbi, Rosita, Didier Ruedin, Robin St\u00fcnzi, and Eva Zschirnt (2022). \u201cHiring Discrimination on the Basis of Skin Colour? A Correspondence Test in Switzerland.\u201d Journal of Ethnic and Migration Studies 48, no. 7: 1515\u201335. <a title=\"https:\/\/doi.org\/10.1080\/1369183X.2021.1999795\" href=\"https:\/\/doi.org\/10.1080\/1369183X.2021.1999795\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/doi.org\/10.1080\/1369183X.2021.1999795<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Hinweis zum Verfahren<\/strong>: Dieser Indikator basiert auf den Ergebnissen einer Studie, die 2017 und 2018 in der Schweiz durchgef\u00fchrt wurde. Die Resultate beziehen sich auf vier Gruppen (Schweizer Doppelb\u00fcrger*innen mit deutschen\/franz\u00f6sischen, kamerunischen, kosovarischen oder t\u00fcrkischen Namen), zwei Regionen (deutsch- und franz\u00f6sischsprachige Schweiz) und zwei Berufe (Verk\u00e4ufer*innen und Elektriker).<\/p>\n<p>Das Ausmass der Diskriminierung bei der Bewerbung wird mit einer experimentellen Methode gemessen: Die Forscher*innen reichen fiktive schriftliche Bewerbungen auf \u00f6ffentlich ausgeschriebene Stellen ein. Die fiktiven Kandidat*innen haben gleichwertige Qualifikationen, aber unterscheiden sich in der Variable, deren Auswirkungen man untersuchen will &#8211; in diesem Fall die Herkunft. Sie haben demnach einen Migrationshintergrund und sind Doppelb\u00fcrger*innen (der Schweiz und der Herkunftslandes der Eltern), in der Schweiz ausgebildet und verf\u00fcgen \u00fcber Schweizer Diplome. Ihre ethnische Herkunft wird durch ihren Namen, die Staatsangeh\u00f6rigkeit des Herkunftslandes ihrer Eltern und die Beherrschung zweier entsprechender Hauptsprachen signalisiert. Die Erhebung fokussiert auf den entscheidenden Moment der Einladung zu einem Vorstellungsgespr\u00e4ch. Das Ausmass der Diskriminierung wird ausgedr\u00fcckt als das Verh\u00e4ltnis zwischen der Anzahl der Bewerbungen, die eine Person mit Migrationshintergrund ben\u00f6tigt, um eine Einladung zu einem Vorstellungsgespr\u00e4ch zu erhalten und der Anzahl der Bewerbungen, die eine Person mit Schweizer Herkunft ben\u00f6tigt, um das gleiche Ergebnis zu erzielen. So m\u00fcssen Kandidierende kosovarischer Herkunft 144 Bewerbungen einreichen, w\u00e4hrend Kandidierende schweizerischer Herkunft 100 Bewerbungen verschicken m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Diese als Korrespondenztest bezeichnete Methode wurde von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) entwickelt, um die Ungleichheit beim Zugang zum Arbeitsmarkt zu messen und gilt heute als internationaler Standard. Diese Methode nutzt ein experimentelles Design, um eindeutige und \u00fcberzeugende Resultate zu Diskriminierung im Rekrutierungsverfahren zu liefern.<\/p>\n<p><strong>Nutzungsbedingungen<\/strong>: Die Migration-Mobility Indicators werden kostenlos f\u00fcr nichtkommerzielle Zwecke zur Verf\u00fcgung gestellt. Wir bitten die Benutzer*innen um Angabe der Bezugsquelle.<\/p>\n<p><strong>Vorgeschlagene Quellenangabe<\/strong>: nccr \u2013 on the move, Migration-Mobility Indicators. Neuch\u00e2tel: nccr \u2013 on the move, 2019.<\/p>\n<p>F\u00fcr n\u00e4here Informationen zu den verwendeten Datens\u00e4tzen klicken Sie bitte <a href=\"https:\/\/nccr-onthemove.ch\/DataManagement\/Inventory.pdf\">hier<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Letzte Aktualisierung<\/strong>: 10. Oktober 2019<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&lt;iframe src=&#8221;https:\/\/public.tableau.com\/shared\/RNR5N69J8?:showVizHome=no&amp;amp;:embed=true:origin=viz_share_link&amp;amp;:embed=y&#8221; width=&#8221;760&#8243; height=&#8221;870&#8243;&gt;&lt;\/iframe&gt;Wie eine aktuelle experimentelle Studie zeigt, m\u00fcssen Schweizer*innen mit Migrationshintergrund rund 30% mehr Bewerbungen einreichen als Personen schweizerischer Herkunft, um zu einem Vorstellungsgespr\u00e4ch eingeladen zu werden. 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