{"id":6231,"date":"2023-03-20T16:45:34","date_gmt":"2023-03-20T15:45:34","guid":{"rendered":"https:\/\/nccr-onthemove.ch\/indicators\/?p=6231"},"modified":"2025-02-02T00:24:28","modified_gmt":"2025-02-01T23:24:28","slug":"welchen-zugang-haben-migrantinnen-zu-sozialleistungen-in-europaeischen-laendern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nccr-onthemove.ch\/indicators\/welchen-zugang-haben-migrantinnen-zu-sozialleistungen-in-europaeischen-laendern\/?lang=de","title":{"rendered":"Welchen Zugang haben Migrant*innen zu Sozialleistungen in Europa?"},"content":{"rendered":"<p><em>Klicken Sie auf das Bild, um zur interaktiven Grafik zu gelangen.<\/em><\/p>\n<p>Die Ergebnisse des vom Europ\u00e4ischen Forschungsrat (ERC) finanzierten Projekts \u201cMigration and Transnational Social Protection in (Post) Crisis Europe\u201d (MiTSoPro) bieten wertvolle Einblicke in<strong> die Bedingungen, unter denen Migrant*innen<\/strong> in den 27 EU-Mitgliedstaaten und der Schweiz <strong>Zugang zu Sozialleistungen haben<\/strong>.<\/p>\n<p>Diese auf den Projektergebnissen basierende Datenvisualisierung beschreibt und vergleicht die Massnahmen der sozialen Sicherung und hebt die Bedingungen hervor, unter denen Migrant*innen Zugang zu Sozialleistungen in f\u00fcnf zentralen Politikbereichen haben: Familie, Existenzsicherung, Gesundheitsversorgung, Renten und Arbeitslosigkeit. Die Ergebnisse liefern wichtige Erkenntnisse zum Zugang international mobiler Menschen zu Sozialleistungen in Europa.<\/p>\n<p>Die meisten L\u00e4nder beschr\u00e4nken den Zugang zu Sozialleistungen f\u00fcr eigene Staatsb\u00fcrger*innen, die sich dauerhaft im Ausland niedergelassen haben. <strong>Die meisten Leistungen sind insofern nach wie vor an den Wohnsitz im Land gebunden<\/strong>, und nur wenige sind weltweit exportierbar, <strong>obwohl es wichtige Ausnahmen gibt<\/strong> (z. B. beitragsabh\u00e4ngige Altersrenten). Die Exportierbarkeit von Sozialleistungen f\u00fcr Europ\u00e4er*innen, die ausserhalb ihres Heimatlandes leben, ist h\u00e4ufig im Rahmen internationaler Abkommen, des europ\u00e4ische Koordinierungssystems im Bereich der sozialen Sicherheit oder bilateraler Sozialversicherungsabkommen mit Drittl\u00e4ndern m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus zeigen die Daten, dass <strong>die Staatsangeh\u00f6rigkeit <\/strong>von in Europa lebenden Ausl\u00e4nder*innen<strong> f\u00fcr den Zugang zu beitragsabh\u00e4ngigen Leistungen von untergeordneter Bedeutung ist<\/strong>, sobald die Personen eine Besch\u00e4ftigung aufnehmen. Im Grossen und Ganzen unterscheiden die Sozialversicherungsgesetze zwischen den Antragstellenden weder aufgrund ihrer Staatsangeh\u00f6rigkeit noch behalten sie beitragsabh\u00e4ngige Leistungen eigenen Staatsangeh\u00f6rigen vor. <strong>Die Erwerbst\u00e4tigkeit ist <\/strong>daher <strong>ein entscheidender Faktor<\/strong> f\u00fcr den Zugang von Migrant*innen zu beitragsabh\u00e4ngigen Leistungen. Gleichzeitig kann die Einhaltung der f\u00fcr den Zugang zu Sozialleistungen erforderlichen Beitrags- oder Besch\u00e4ftigungsdauer f\u00fcr ausl\u00e4ndische Arbeitnehmende schwieriger sein als f\u00fcr einheimische, da erstere tendenziell eine k\u00fcrzere Aufenthaltsdauer im Land haben.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse zeigen auch, dass <strong>die europ\u00e4ischen Staaten den Zugang mobiler Personen<\/strong> (insbesondere von Nicht-EU-B\u00fcrger*innen, die gleichzeitig einem h\u00f6heren Risiko von Armut und sozialer Ausgrenzung ausgesetzt sind) <strong>zu beitragsunabh\u00e4ngigen Leistungen<\/strong>, wie garantierten Mindesteinkommen oder beitragsunabh\u00e4ngigen Altersrenten eher einschr\u00e4nken als zu beitragsabh\u00e4ngigen Leistungen. Im Bereich der beitragsunabh\u00e4ngigen Leistungen ist der direkte oder indirekte Ausschluss von Migrant*innen von inl\u00e4ndischen Sozialsystemen am weitesten verbreitet.<\/p>\n<p>Schliesslich kann der Zugang zu Sozialleistungen f\u00fcr Migrant*innen auch indirekt durch <strong>die potenziellen negativen Folgen <\/strong>eingeschr\u00e4nkt werden,<strong> die die Inanspruchnahme solcher Leistungen<\/strong> f\u00fcr den Anspruch auf andere Rechte und langfristige Perspektiven im Wohnsitzland <strong>haben kann<\/strong>. Der Bezug von Sozialhilfe wird h\u00e4ufig als Belastung f\u00fcr die \u00f6ffentliche Hand angesehen und kann sich in mehreren europ\u00e4ischen L\u00e4ndern negativ auf die Verl\u00e4ngerung der Aufenthaltsgenehmigung von Migrant*innen, ihre Antr\u00e4ge auf Familienzusammenf\u00fchrung sowie ihre Staatsangeh\u00f6rigkeit auswirken.<\/p>\n<p>\u2013<\/p>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: Das Codebook und der entsprechende Datensatz stammen vom Projekt \u201c<a href=\"https:\/\/www.migrationwelfare.uliege.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Migration and Transnational Social Protection in (Post) Crisis Europe<\/a>\u201d (MiTSoPro), das vom Europ\u00e4ischen Forschungsrat (ERC) im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms 2020 der Europ\u00e4ischen Union (F\u00f6rdervertrag Nr. 680014) gef\u00f6rdert wurde. Die Datenvisualisierung wurde vom nccr \u2013 on the move (Andreas Perret in Zusammenarbeit mit dem Projekt \u201c<a href=\"https:\/\/nccr-onthemove.ch\/projects\/mobility-diversity-and-the-democratic-welfare-state-contested-solidarity-in-historical-and-political-comparative-perspective\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mobility, Diversity, and the Democratic Welfare State: Contested Solidarity in Historical and Comparative Perspective<\/a>\u201d) erstellt.<\/p>\n<p><strong>Anmerkung zur Methodik<\/strong>: Die Forschungsdaten beruhen auf einer Umfrage bei nationalen Expert*innen (Sozialpolitik- und Migrationsforschende) in der EU27 und der Schweiz. Die Befragten wurden gebeten, die nationalen und internationalen Rechtsgrundlagen zu konsultieren, die den Zugang von Migrant*innen zu Sozialleistungen regeln und objektive Informationen (wie im Gesetzestext festgelegt) zu den Voraussetzungen zu liefern, unter denen Einzelpersonen verschiedene Arten von Leistungen beanspruchen k\u00f6nnen. Die Umfrage enthielt standardisierte Fragen, um die \u00fcberstaatliche Vergleichbarkeit der Daten zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p><strong>Nutzungsbedingungen<\/strong>: Die Migration-Mobility Indicators werden kostenlos f\u00fcr nichtkommerzielle Zwecke zur Verf\u00fcgung gestellt. Wir bitten die Benutzerinnen und Benutzer um Angabe der Bezugsquelle.<\/p>\n<p><strong>Vorgeschlagene Quellenangabe<\/strong>: Vintila, Daniela; Lafleur, Jean-Michel. MiTSoPro Policy Survey on Migration, Transnationalism and Social Protection, Dataset V1: <a href=\"https:\/\/zenodo.org\/record\/5006449#.Y2vF8uzMJmA\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/zenodo.org\/record\/5006449#.Y2vF8uzMJmA<\/a>, 2021.<\/p>\n<p><strong>Um weiter zu gehen<\/strong>: Wir laden Sie ein, die Open-Access-Publikationen des <a href=\"https:\/\/www.migrationwelfare.uliege.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">MiTSoPro<\/a> Projekts zu konsultieren, die in der Springer-IMISCOE Research Series ver\u00f6ffentlicht werden:<br \/>\n&#8211; <a href=\"https:\/\/link.springer.com\/book\/10.1007\/978-3-030-51241-5\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Migration and Social Protection in Europe and Beyond (Volume 1): Comparing Access to Welfare Entitlements<\/a><br \/>\n&#8211; <a href=\"https:\/\/link.springer.com\/book\/10.1007\/978-3-030-51245-3\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Migration and Social Protection in Europe and Beyond (Volume 2): Comparing Consular Services and Diaspora Policies<\/a><br \/>\n&#8211; <a href=\"https:\/\/link.springer.com\/book\/10.1007\/978-3-030-51237-8\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Migration and Social Protection in Europe and Beyond (Volume 3): A Focus on Non-EU Sending States<\/a><\/p>\n<p>Letzte Aktualisierung: 20. M\u00e4rz 2023<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Klicken Sie auf das Bild, um zur interaktiven Grafik zu gelangen. Die Ergebnisse des vom Europ\u00e4ischen Forschungsrat (ERC) finanzierten Projekts \u201cMigration and Transnational Social Protection in (Post) Crisis Europe\u201d (MiTSoPro) bieten wertvolle Einblicke in die Bedingungen, unter denen Migrant*innen in den 27 EU-Mitgliedstaaten und der Schweiz Zugang zu Sozialleistungen haben.<\/p>\n","protected":false},"author":23,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[376],"tags":[],"class_list":["post-6231","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buergerrechte"],"acf":[],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/nccr-onthemove.ch\/indicators\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6231","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/nccr-onthemove.ch\/indicators\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/nccr-onthemove.ch\/indicators\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/nccr-onthemove.ch\/indicators\/wp-json\/wp\/v2\/users\/23"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/nccr-onthemove.ch\/indicators\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6231"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/nccr-onthemove.ch\/indicators\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6231\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6241,"href":"https:\/\/nccr-onthemove.ch\/indicators\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6231\/revisions\/6241"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/nccr-onthemove.ch\/indicators\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6231"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/nccr-onthemove.ch\/indicators\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6231"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/nccr-onthemove.ch\/indicators\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6231"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}